Erfahrungsbericht von Marisa Crisci

Marisa Crisci war 2015 mit JAM auf einem KITA Makover Einsatz. Zusammen mit anderen Freiwilligen aus der Schweiz, hat sie die KITA Blessings neu aufgebaut. Was sie dort erlebt hat und warum sie JAM unterstützt, erfahren Sie in ihrem Erlebnisbericht:

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Wer von uns hat sie nicht? Diese Träume… die ganz Grossen. Die, die uns nicht mehr loslassen und uns seit Jahren durchs Leben begleiten?

Ein Herzenswunsch von mir war schon immer, mich für die Schwächeren dieser Welt stark zu machen.
Für die Menschen, die nicht das grosse Glück hatten auf dem Fleck Erde geboren zu werden, wo man schlimme Armut nur aus Zeitungsberichten kennt.

Mit einem Hilfseinsatz in einem Township von Johannesburg habe ich mir letztes Jahr diesen grossen Traum erfüllt.

Jedoch hätte ich nie zu träumen gewagt, wie sehr diese Kinder, die Menschen und die Kultur Südafrikas meine Herz berühren werden.

Die Monate vor dem Abflug waren geprägt von Vorfreude aber auch Aufregung. Was erwartet mich dort in Afrika? Werde ich mit der grossen Armut, welche in den Townships allgegenwärtig ist, umgehen können?

Wie sagt ein Sprichwort:
„If your dreams don’t scare you, they aren’t big enough!“
Gesagt, getan und so beschloss ich, mich von meinen Gefühlen nicht einschüchtern zu lassen.
Angekommen in Johannesburg wurde mir bewusst, dass es die beste Entscheidungen war „to dream big“.

Ich war überwältigt. Überwältigt von der Lebensfreude dieser Menschen die trotz der Armut ihr Lachen nie verloren haben, überwältigt von den strahlenden Kinderaugen und der Dankbarkeit welche uns diese wunderbaren Menschen entgegen brachten.

Nach vier intensiven Tagen auf der Baustelle war es Ende Woche an der Zeit, die umgebaute KITA, der Mama und ihrer kleinen Rasselbande zu übergeben.

Was für ein emotionaler Moment!!
Man wusste nicht so recht, ob man am liebsten gleich wie ein Schlosshund losheulen, oder doch lieber mit der “Mama” und den Kindern um die Wette strahlen möchte.

Ach, wie lange haben wir doch als Team auf diesen Moment gewartet.
Monatelang haben wir Spenden gesammelt, damit es überhaupt erst möglich wurde, das wir heute hier stehen um die umgebaute, bunte und kindergerechte KITA der “Mama” übergeben zu können.

Zu sehen, wie sich die „Mama“, die Eltern und vor allem die Kinder über die neue KITA freuten, war dann doch etwas zu viel an Emotionen, und ich kann im Nachhinein nicht mal mehr genau sagen, bei wem schlussendlich mehr Tränen geflossen sind. Bei der Mama oder mir ^_^

In diesem Moment war ich so froh, sind aus den restlichen –mir vorher unbekannten- Teammitgliedern innerhalb dieser kurzen Zeit so was wie Seelenverwandte geworden.

Ich bin sehr dankbar über diese wundervolle Erfahrung und dass ich im Township so viele wundervolle Menschen kennenlernen durfte, welche in dieser kurzen Zeit so was wie eine zweite Familie für mich geworden sind. Sie werden für immer einen grossen Platz in meinem Herzen haben.

Leider kann ich dieses Jahr aus beruflichen Gründen nicht schon erneut wieder nach Südafrika reisen.
Aber eines ist sicher.
Ich werde so baldmöglichst wieder bei einem JAM-Hilfseinsatz mit dabei sein.

Und dann wird sich gleich noch ein weiterer Traum erfüllen:
An einem Ort ein so grosses Stück seines Herzen verloren zu haben, dass es sich bei meinem zweiten Besuch auch ein bisschen wie Nachhause kommen anfühlen wird.

Und was die Mama, die Kinder und Bewohner des Townships nicht wissen:
Sie haben uns soooooooooooo viel mehr gegeben als wir ihnen.

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