Nothilfe im Südsudan

Im Jahr 2011 hat die Bevölkerung im Südsudan darüber abgestimmt, dass sie unabhängig vom Sudan sein will. Der Süden des Landes spaltete sich als eigener Staat namens Südsudan vom Norden, der weiterhin Sudan heisst, ab. Vor der Teilung war der Sudan das grösste Land in Afrika, das sich weit über den Nordosten des Kontinents erstreckte. In einigen Regionen des Sudan gibt es schon lange bewaffnete Konflikte und Kriege, für die es sehr unterschiedliche Ursachen gibt. Der Südsudan ist ein ganz junger Staat, trotzdem ist nur zwei Jahre nach der Abspaltung vom Sudan ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Der bewaffnete Kampf um die politische Vorherrschaft, Rohstoffe und Macht kostete bis heute schätzungsweise 400’000 Menschen das Leben. 

Was die Situation der notleidenden Bevölkerung weiter verschlimmert sind verheerende Hungersnöte, verursacht durch die brach liegende (Land)Wirtschaft, Naturkatastrophen und Vertreibung. Im Jahr 2017 hat die UNO offiziell eine Hungerkrise ausgerufen. Anfang 2019 hat sich die Nahrungssituation wiederum zugespitzt. Knapp ein Drittel der elf Millionen Südsudanesen sind auf der Flucht vor den Milizen und dem Hunger. Die meisten Menschen, die ausser Landes geflohen sind, brachten sich ins benachbarten Land Uganda in Sicherheit. In «Imvepi», dem grössten Flüchtlingscamp, im Nordosten Ugandas, haben sich knapp 1.1 Millionen südsudanesische Flüchtlinge niedergelassen. So müssen sich Einheimische und Flüchtlinge die wenigen vorhandenen Ressourcen und Einrichtungen teilen. 

JAM's Engagement

JAM ist seit 15 Jahren im Südsudan tätig. Angesichts der andauernden Krise arbeitet JAM International mit UNICEF gemeinsam daran, die eskalierende Ernährungssituation im Südsudan zu bewältigen. 
Dazu werden folgende Massnahmen ergriffen: 

  1. Ausbau und Ausstattung der ambulanten Therapiezentren. 
  2. Erfassung des Ernährungszustandes der betroffenen Kinder und Erwachsenen. 
  3. Sofortige Hilfeleistung durch Verteilung der bereitgestellten “plumpy nut“-Paste (therapeutische Erdnusspaste), insbesondere an Kleinkinder und Schwangere. 
  4. Langfristige Stabilisierung der allgemeinen Ernährungslage durch den Anbau von Gemüsegärten. 
  5. Verbesserung der Hygienebedingungen zur Vermeidung von Infektionskrankheiten. 
  6. Schulung von freiwilligen Dorfhelfern in den Bereichen Ernährung und Hygiene. 


Zudem engagiert sich JAM mit verschiedenen Massnahmen in den Flüchtlingscamps in Uganda. Dazu gehören Notfallmassnahmen zur Lebensmittelsicherheit und WASH-Programme. Sehr gute Erfahrungen haben wir zudem mit Gemüsegärten gemacht: Die Begünstigten erhalten eine Basis-Ausbildung und Startkits für die Entwicklung von kleinen Nutzgärten. Damit können die Menschen sich selbst versorgen und einen allfälligen Ernteüberschuss an benachbarte Familien weiterverkaufen.

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